Der Rhein-Main-Link ist eines der zentralen Netzausbauprojekte in Deutschland. Mit der Umsetzung des Projekts ist die Übertragungsnetzbetreiberin Amprion betraut. Über vier Höchstspannungs-Gleichstromverbindungen wird regenerativ produzierter Windstrom auf einer Gesamtlänge von über 500 km aus Niedersachsen über Nordrhein-Westfalen in die Wirtschaftsregion Hessen transportiert.
Als Teil einer Arbeitsgemeinschaft mit Arcadis und ILF wurde die BERNARD Gruppe mit der umweltfachlichen Begleitung des Planfeststellungsverfahrens und der Erstellung der umweltfachlichen Genehmigungsunterlagen für den Planfeststellungsabschnitt Hessen 4 beauftragt. Die Trasse verläuft hier durch die Landkreise Hochtaunus und Rheingau-Taunus, welche durch teils anspruchsvolle Topografien mit hügeligem Gelände, dichte Wälder und teils schwierige geologische Bedingungen geprägt sind.
Teile des Planungsraumes sind als Natura 2000-Gebiete ausgewiesen, welche eine besondere Bedeutung für den Schutz von Arten und Lebensräumen haben. Als herausragendes archäologisches Denkmal und Weltkulturerbe befindet sich der Limes im Planungsraum. Im Rahmen der Trassierung erfolgt unsererseits eine kontinuierliche Prüfung, wie sich die geplante Leitungsführung auf die Umwelt auswirkt. Eine angepasste Feintrassierung ermöglicht es, wertvolle und empfindliche Bereiche zu umgehen und vor Beanspruchung zu schützen.
Im Rahmen der umweltfachlichen Genehmigungsunterlagen (u. a. Landschaftspflegerischer Begleitplan, Natura 2000-Verträglichkeitsuntersuchung, forstrechtliche Einreichunterlage) werden im Weiteren die Auswirkungen der finalen Antragstrasse auf die Umwelt bewertet und Maßnahmen entwickelt, um negative Umweltauswirkungen zu vermeiden oder zu minimieren.
Wo Eingriffe in die Umwelt unvermeidbar sind, werden Kompensationsmaßnahmen entwickelt. Durch die enge Verzahnung von Umweltplanung und Technik entsteht eine Trasse, die sowohl die Funktionalität des Projekts als auch den langfristigen Schutz der Umwelt sicherstellt.
Caroline Medefind, BERNARD Gruppe