Mit rund 1.805 Metern Länge ist die Luegbrücke die längste Brücke Österreichs. Sie liegt im Streckennetz der ASFINAG und gilt als eines der komplexesten Bauwerke der A13 Brenner Autobahn.

Die Luegbrücke liegt zwischen dem Obernberger Talübergang und der Anschlussstelle Brenner Nord. Sie ist eine Hangbrücke und ist im Bereich des südlichen Brückenendes in einem Rutschhang fundiert. Die Brücke besteht aus sechs Teiltragwerken, die als Spannbetontragwerke bzw. als Stahlverbundtragwerke ausgebildet sind. Beide Richtungsfahrbahnen liegen auf einem gemeinsamen Tragwerk. Nachdem die Lebensdauer für die bestehende Brücke erreicht ist, erfolgt derzeit der Brückenneubau in extrem steilem und unwegsamem Gelände, unter äußerst schwierigen und beengten Platzverhältnissen. Die alte Hangbrücke wird abgebrochen und durch zwei getrennte Tragwerke ersetzt. Je Richtungsfahrbahn werden fünf neue Teiltragwerke in Verbundbauweise hergestellt. Dabei werden die Teiltragwerke 1 bis 4 mit einer Regelstützweite von ca. 36 m als durchlaufender zweistegiger Plattenbalken, bestehend aus dicht geschweißten Stahlhohlkästen und Stahlbetonfahrbahnplatte, ausgeführt. Das Teiltragwerk 5 überspannt künftig mit je einem über 100 m langen Einfeldtragwerk in Verbundbauweise den Bereich des Rutschhanges. Mit der neuen Brücke wird die Verkehrssicherheit und Verfügbarkeit verbessert, da künftig zwei getrennte Richtungsfahrbahnen zur Verfügung stehen. Dadurch ist im Instandhaltungsfall eine zweispurige Verkehrsführung je Richtung möglich. Die Bauarbeiten an der neuen Richtungsfahrbahn Innsbruck, welche talseitig der bestehenden Hangbrücke hergestellt wird, laufen aktuell in vollem Umfang und in verschiedenen Teilbereichen. Die Errichtung der neuen Brückenpfeiler ist bereits weit fortgeschritten. Auch mit der Montage der dicht geschweißten Stahlhohlkastenträger, die den Querschnitt für die neue Verbundbrücke bilden, konnte auf der Seite des Widerlagers Nord begonnen werden. Die werkseitig hergestellten und angelieferten Trägerteile werden abschnittsweise mit einem Mobilkran eingehoben, feinjustiert und im Stoßbereich verschweißt. Im Nachlauf und zeitlich genau getaktet wird bereits der Schalwagen für die Herstellung der Ortbetonfahrbahnplatte aufgebaut. Im engen Austausch mit der ASFINAG sowie mit den ausführenden Firmen und den jeweiligen Fachplanern erbringt die BERNARD Gruppe die Leistungen der örtlichen Bauaufsicht in ARGE mit ZETCON. Zusätzlich erfolgt durch die BERNARD Gruppe auch die Qualitätsüberwachung des Stahlbaus, sowohl während der werksseitigen Herstellung der Stahlhohlkastenträger als auch während der Stahlbaumontage auf der Baustelle.

Albert Außerlechner, BERNARD Gruppe